Freie Fahrt für “Linie 08″

Im Nancy Spero Saal vom Festspielhaus Hellerau startet eine neue Tanzreihe

“…

Zum Auftakt hat sich mit einem Solo die in Dresden bestens bekannte Tänzerin und Choreografin Nora Schott (shot AG) nach geraumer Zeit wieder vor Publikum sehen lassen. Ein gutes Zeichen, denn nachweislich hat sie Qualitäten, die nicht einfach austauschbar sind. Das Solo “I am dead. Take me.” unterstreicht das (bis auf das etwas schwächere Mittelteil) vor allem im Hinblick auf ihre tänzerische Eigenart. Da schaut man hin, das hat Struktur, und wer sie lange genug kennt, weiß auch, dass die verdeckende, letztlich den Blick frei gebende Kapuze weder Zufall noch modisches Zubehör ist. Dieses Detail gehört zum Kern ihrer Aussage: “Struktur. Raum außen. Keine Existenz. Letzten Klang verloren. Nur noch Herzschlag.”

Das Besondere an Nora Schott ist dieser absolute Eigensinn, ihr Zeitgefühl in der Bewegung, die spannend gemachte Reduktion und eine gewisse Form des sich verweigernden Perfekten. Ganz ohne Geschwätzigkeit und Beliebigkeit. Sie hat nicht den Zwang, es allen beweisen zu müssen – sie kann es einfach, und manches ist stärker oder schwächer, aber nie in Gänze belanglos. Insgesamt 15 Minuten Präsenz – bei ihr hat das Gewicht.

…”

Dresdner Neuste Nachrichten / 24. Januar 2011 / Gabriele Gorgas

One Trackback

  1. By I am dead. Take me. – shotAG on %A, 06UTCSun, 06 Mar 2011 19:03:43 +0000 %e. %B %Y at %H:%M

    [...] Rezension: Freie Fahr für Linie08, Gabriele Gorgas [...]

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