Schieß nicht auf fremde Röckchen

»Schieß nicht auf fremde Röckchen« ist ein multimediales Tanzstück für drei Tänzerinnen. Bei der ideellen Konzeption und der Produktion wurde angestrebt, die drei Disziplinen Choreografie, Kostüm- und Bühnenbild und Visual Engineering konstruktiv miteinander zu verbinden. Der beabsichtigte Einsatz neuer Medientechnologien ist integraler Bestandteil des Tanzstückes und dient der konstitutiven visuellen Gestaltung des Bühnenraumes und der Unterstützung der narrativen Linie der tänzerischen Aufführung, wobei der sich bewegende Körper im Raum als Attraktor für die Steuerung und Transformation der medialen Bild-Räume dient. Das dafür eingesetzte Camera-Motion-Tracking-System EyeCon und Kalypso des deutschen Ingenieurs Frieder Weiß dient als Interface für die choreografierten Bewegungsbilder der Tänzerinnen und der beabsichtigen szenischen Gestaltung. Der speziell elliptisch gestaltete Bühnenraum dient sowohl der Projektion unbewusster Traumwelten der Protagonistin des Stücks, als auch in metaphorischer Absicht als Membran oder Trennschicht, durch deren Filter, die Bullaugen, Zugänge in neue innere Welten geschaffen werden. So entstehen szenisch oszillierende Bild-Räume, begrenzte Territorien in ständiger Veränderung, die der Darstellung für ein in sich gebrochenes Subjekt dienen.
Die Bewegungen der Tänzer werden mittels einer über den Bühnenraum installierten Kamera gefilmt und in den Computer eingespeist. Vorher arrangierte Linien und Felder werden über die aufgenommenen Bilder gezeichnet, so dass sie in Verbindung mit ihrer Aktivierung und den choreografischen Absichten, bestimmbare Bewegungsparameter wie Intensität, Richtung oder Position erfassen und somit Gestaltungsräume für die Ebenen der visuellen und akustischen Transformation möglich machen. Diesen Möglichkeitsraum auszufüllen, ist die künstlerische Herausforderung, die das Interface für die einzelnen Disziplinen wie Choreografie, Bühnenbild und Visual Engineering bereit hält. Die oft propagierte »unheimliche Allianz« zwischen Tanz und Medien ist für uns kein Hinderungsgrund. Kollaboratives Zusammenführen einzelner künstlerischer Disziplinen ergeben die potentiellen Grenzerfahrungen, die für neue kreative Ausdrucksmöglichkeiten und der Entwicklung neuer Kunstpraktiken notwendig sind.
txt. Thomas Dumke

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Idee und Konzeption: Nora Schott (shot AG), Ariane Thalheim (shot AG)
Choreografie: Nora Schott, Ariane Thalheim
Tänzerinnen: Katja Erfurt, Teresa Hackel, Ariane Thalheim
künstlerisch-technische Beratung: Frieder Weiß, Matthias Härtig (DS-X.org)
EyeCon Programmierung: Frieder Weiß, Matthias Härtig
Visuals: Matthias Härtig
Komposition: Peter Andreas
Bühnen- und Kostümbild: Konstanze Grotkopp, Elisabeth Rosenthal (HfBK Dresden)

Dauer: ca. 60 min

Gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden, Kulturamt und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, in Kooperation mit der Trans-Media-Akademie Hellerau e.V., der Hochschule für Bildende Künste Dresden, dem Forum Neues Musiktheater der Staatsoper Stuttgart, der Palucca Schule Dresden – Hochschule für Tanz und freundlich unterstützt durch TENZA- Schmiede Dresden und der InfraTec GmbH.

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